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Hilfe, ich schleppe…!

  • Autorenbild: Rut Bantay
    Rut Bantay
  • vor 2 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Gerade habe ich überlegt und sogar die KI befragt, wie lange es wohl zulässig ist, ein gutes, neues Jahr zu wünschen: da stand, im Arbeitskontext eher kürzer, also nur innerhalb der ersten Januarwoche, im Privaten in etwa bis Mitte des Monats, vor allem wenn man sich länger nicht mehr gesehen hat.

Naja, was mache ich mit dieser Info? Ich komme zum Schluss, dass ich Ihnen, liebes Publikum, sehr wohl und unbedingt noch ein gutes, gesundes und glückliches, neues Jahr wünschen darf, auch einfach weil wir uns jetzt immerhin schon seit „letztem Jahr“ hier im Blog nicht mehr gelesen haben.

Zugegeben, der Januar war auch bisher recht arbeitsreich und ich möchte gar nicht wissen, wieviele Noten ich allein bis gestern schon in 2026 gespielt habe. Zunächst waren da erst mal noch die äußerst beschwingten und abwechslungsreichen Neujahrskonzerte zu absolvieren, dann ging es gleich weiter mit unserem Jahresauftaktkonzert in Mainz mit einem selten zu hörenden Soloinstrument, - wir haben das Gitarrenkonzert von Talbot „Ink Dark Moon“ mit dem virtuos aufspielenden Rafael Aguirre und als Hauptwerk Rimski-Korsakows sinfonische Dichtung „Scheherazade“ mit den wunderbaren Geigenkadenzen in der Vertonung der Hauptfigur, fantastisch gespielt von unserem Konzertmeister Nikolaus Boewer, aufgeführt. Danach folgte das fulminante und mit Bestnote bedachte Masterabschlusskonzert unseres dirigentischen „Ernst-Boehe-Akademie“-Mitgliedes Sebastián Camaño-Saavedra mit „ganz leichten“ Stückchen (nicht!): auf dem Programm standen nämlich neben dem Feuervogel von Strawinsky, auch „Tod und Verklärung“ von Richard Strauss, eine Uraufführung von Julia Sanjuro und zur Komplettierung das fünfte Klavierkonzert von Beethoven. Leider konnte ich nur die Probe spielen, denn zum Konzerttag hatte meine Tochter derart hohes Fieber, dass ich sie unbedingt nicht alleine lassen konnte. Nach einer kurzen Erholungspause von einigen Tagen, das geht vermutlich auch nur bei Kindern so schnell, konnte sie dann aber wieder zur Schule und ich pünktlich zum nächsten Strauss wieder zurück in den Dienst. In der letzten Woche probten wir also für unser erstes Abokonzert in Ludwigshafen in diesem Jahr und spielten am Freitag Abend zu unserem Stammtermin vor vollem Haus und unserem liebsten, begeisterten Publikum zunächst die Konzertouvertüre „Hamlet“ von Niels Wilhelm Gade, anschließend gemeinsam mit unserem „Artist in Residence“ Julian Rachlin mit das schönste Violinkonzert der ganzen Literatur, meine Meinung!, von Felix Mendelssohn Bartoldy und dann nach der Pause die, mir immer respekteinflößende, große Tondichtung „Ein Heldenleben“ von Richard Strauss. Dabei ist der Name ein wenig irreführend-plakativ: natürlich stürmt der Held, (der Komponist höchstselber), scheinbar selbstbewusst-strotzend und das vor allem dynamisch sehr laut, voran, doch sucht er eigentlich seinen (den richtigen) Weg, gibt sich vordergründig kraftvoll, nagen aber doch Selbstzweifel an ihm und sogar die ärgsten (Musik)Kritiker erhalten ein eigenes, immer wieder vertontes Motiv. Wie gut, dass sich da Strauss eine musikalische Gefährtin an die Seite komponiert hat: seine Frau. Diese scheint durchaus keine „einfache“ Person gewesen zu sein, gibt sich zunächst sehr schmeichelnd-lyrisch, kann aber auch ganz anders und tobt an anderer Stelle wie eine Furie, beruhigt sich, zeigt Witz und Esprit und spendet letztlich Trost und schenkt vor allem die größte Kraftquelle, die Liebe. Strauss schreibt mehrere kadenzartige, solistische Einschübe für die Violine, die hier trotz enorm virtuosem Gehalt des Notentextes nicht ein zusätzlicher Soloviolinist übernimmt, sondern der/die Konzertmeister*in des Orchesters. Zweimal hat bei uns diesen Part beeindruckend und durchdrungen von einer emotionalen Tiefe, dass es nicht nur mir eine Gänsehaut bereitet hat, unsere Konzertmeisterin Yiqiong Pan ausgeführt. Am Sonntag fand nämlich zum zweiten Mal dann unser neues Konzertformat als Matinée um 11Uhr wieder in Ludwigshafen statt. Es war schön zu sehen, wie es diesmal einen noch größeren Publikumszuspruch gab und die neue Reihe immer besser angenommen wird. Der Beifall wollte jedenfalls schier nicht enden und dies war sicherlich auch der große Verdienst unseres Chefdirigenten Michael Francis, unserer fabelhaften Solobläser und besonders Yiqiongs!

Daher freue ich mich nun ungemein auf nächste Woche: noch einmal spielen wir dieses grandiose Stück, diesmal auf einem weiteren Abstecher in Aschaffenburg. Diese Woche ist jetzt aber erst mal noch die auch nicht gerade kleine dritte Sinfonie von Rachmaninow dran, (ohne mich, dafür gehe ich wieder auf Visite mit den Klinikclowns von Xundlachen) und - ja, ein Wiedersehen/hören mit meinem Lieblingscello-Solist Maximilian Hornung und Schostakowitsch erstem Cellokozert! Der Monat Januar scheint überdimensioniert: abschließend bis zum 30.1. folgt nämlich gleich noch ein weiteres Konzertprojekt…

Und weil es gerade gut zu den intensiven Wochen passt, hänge ich Ihnen hier noch zwei meiner „Lieblings-Janosch-Weisheiten“ an. Ja, einfach mal weggehen wäre eine Überlegung, aber für mich dann eben wieder nicht, denn😎:



In diesem Sinne, erst mal eine gute Nacht und herzliche Spät-Neujahrsgrüße!

Ihre Rut Bántay


 
 
 

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