
Wirbeln durch Zeit und Raum
Aktualisiert: 24. Sept.
Wieviele Tage hat eine Woche, wieviele Stunden ein Tag…? Warum fühlt sich bisweilen verbrachte Zeit an, wie im „Schleudergang“ ablaufend, also in etwa wie dieser Tage, wobei eigentlich nur wenige Wochen seit unserem Spieltzeitbeginn vergangen sind und nun am Freitag, den 25.9.2026 bereits unser erstes Abokonzert im Pfalzbau in Ludwigshafen ansteht?
Apropos herumwirbeln: dazu passt auch dieses kleine Einladungsvideo unseres Solohornisten Stefan, zu unseren Gastspielen morgen in Landau, am Donnerstag in Wiesloch, am Samstag dann in Villingen-Schwenningen und eben nochmals am Sonntag als Matinée, neben Freitag Abend, wieder in Ludwigshafen, sehr gut:
Normalerweise schreibe ich hier ja über unsere anstehenden Konzerte und das während einer laufenden Probenwoche. Dies trifft auch diesmal zu, jedoch möchte ich eben noch etwas mehr ausholen, quasi einen Rundumschlag der letzten Tage wagen: hatten wir am vergangenen Freitag ja erst als eines unserer Auftaktkonzerte die siebte Sinfonie von Mahler aufgeführt und diesen Abend unserer so unerwartet verstorbenen Bratschen-Kollegin Angelika gewidmet, so folgte am Sonntag ein weiteres Konzert mit und von uns, ihrer Staatsphilharmonie, als weiterer Auftakt in Kooperation mit der Reihe „Von-Buschhof Konzertant e.V“ in Freinsheim mit dem Streichquartett Nr.2 für Sopran und Quartett von Arnold Schönberg und dem „Lied von der Erde“ von Gustav Mahler in der Kammerorchester-Fassung, bearbeitet ebenso von Schönberg für Gesangsstimmen und Kammerorchester. Diesmal war ich nicht besetzt und konnte daher glücklich der Aufführung lauschen:
Es war ein fabelhaftes, begeisterndes Konzert. In der ersten Hälfte konnten wir ein unglaublich fein und differenziert gespieltes, dabei in den rhythmisch so schwierigen Passagen unglaublich tolles Zusammenspiel des Chiarina Quartetts erleben, zu dessen „funkelnd-kunstvoll gewebtem Seidenteppich“ sich wunderbar die Gesangsstimme von Theano Papadaki einpasste, zu einem homogenen und stimmigen Quintett, welches sehr berührte.

Im zweiten Teil stand dann das „Lied von der Erde“ auf dem Programm, welches in dieser speziellen, als Kammerfassung bearbeitetem Juwel, ganz anders funkeln konnte, besonders in seiner Durchhörbarkeit der einzelnen Parts, die meine Kollegen unter der Leitung unseres Chefdirigenten Michael Francis ausgezeichnet herausgearbeitet hatten und deren Spiel (und Gesangssolisten Nancy Holt und Stefan Cifolelli) mich sehr überzeugt haben: danke allen Ausführenden für diesen wunderbaren Konzertabend!
Zwischen den beiden „Mahler(n)“ gab es dann noch am Samstag wieder ein Konzert unserer Reihe „Musik Unvergessen“, Konzert für demenzerkrankte Menschen und deren (pflegende) Angehörige, im Saal unserer Philharmonie. Dies war im September bereits das zweite Konzert, denn in der vergangenen Woche haben wir erstmals auswärts auf Einladung der Stadt Niederolm und deren regionübergreifender „Arbeitsgemeinschaft Demenz“, gespielt. Es ist schön zu sehen, wie gut unser Projekt angenommen wird und wie wichtig derlei Angebote sind: daher hat es mich besonders gefreut, dass uns am Samstag ein Team vom SWR begleitet hat und im Vorfeld sich mit unserem Moderator der Konzerte und Musikvermittler Jochen Keller dazu austauschte und danach mit unserer Sängerin, Organisatorin und Gesamtverantwortlichen Viola Elges noch ein Interview führte. Der Beitrag ist sehr schön geworden und spiegelt gut die besondere Atmosphäre der Konzerte wieder. Anbei der Link zur Mediathek, wenn Sie, liebes Publikum, dies gerne nachschauen möchten:
Jedenfalls, vorgestern dann zu Probenstart für unser aktuelles Programm mit Richard Strauss sinfonischer Dichtung „Till Eulenspiegels lustige Streiche“, Béla Bartóks erstem Klavierkonzert mit der beeindruckenden Anna Vinnitskaya als Solistin und Auszügen aus den Ballettsuiten zu „Romeo und Julia“ von Prokofiev, bedankte sich unser „Chef“ erstmal bei uns für die beiden vergangen Konzerte und merkte ebenso an „…it feels like it has been ages (since Mahler 7th on Friday)“… tja, die Zeit!
Da wir heute Abend ja bereits in Landau konzertieren, war die geplante Probenzeit doch recht eng bemessen, denn alle drei erklingenden Werke haben es in sich und warten mit den unterschiedlichsten Anforderungen an uns auf: Strauss ist sehr virtuos komponiert und stellt an alle Musiker des Orchesters hohe technische Ansprüche, Prokofiev hat eine ganz eigene Klangsprache und die tiefe Emotionalität der Themen bedarf eine sehr expressive und dichte Tongebung. Zuletzt finde ich, schrieb Bartók für sein erstes Klavierkonzert eine der wirklich schwierigen und sehr komplexen Orchesterbegleitungen, mal ganz abgesehen von dem rhythmisch und tempomässig (in den Ecksätzen) höchst anspruchsvollen Part des Klaviers. Zum wiederholten Male dürfen wir Anna Vinnitskaya als Solistin bei uns begrüßen: zuletzt haben wir mit ihr ein wunderbar kraftvolles Rachmaninow Konzert voller Energie und Temperament aufgeführt und auch diesmal blitzt und brilliert sie, dass nur so die Funken sprühen bei den tänzerischen Themen, besonders im dritten und letzten Satz. Dabei beginnt das 1926 komponierte Klavierkonzert etwas misteriös über einem ostinaten, repetierten Basston des Klaviers im Antwortspiel mit der Pauke und nach und nach gestalten die Bläser eine einfache Melodie darüber. Sowieso ist neben dem Soloklavier das Schlagwerk eigentlich der zentrale Gegenspieler, und begleitet im zweiten Satz über weite Strecken alleine. Im letzten Satz dann wird es freudig und temperamentvoll und das ganz in Bartókscher Manier natürlich rhythmisch recht kompliziert mit 5/8, vielen Taktwechseln und auf jeden Fall so, dass man bei allem konzentrierten Zählen nicht seine Spiellaune hinten anstellen sollte: Aber unsere phänomenale Solistin reißt uns alle mit, ich bin sicher, auch Sie, liebes Publikum!
Hier nochmals alle Orte und Termine in der Übersicht:

Ich freue mich jedenfalls total, Sie alle nun in der neuen Saison so richtig zu begrüßen!
Bis bald, bis gleich, quasi ab sofort,
Ihre Rut Bantay
![Der Geist,
Vom Lebensdurst beflügelt,
Schwingt sich auf zum kühnen Flug
[…]
Und es hallte das Weltall
Vom freudigen Rufe
Ich bin !](https://static.wixstatic.com/media/461cbf_a9dbbec9f31e400db85fa2d2b1033b2c~mv2.jpeg/v1/fill/w_980,h_720,al_c,q_85,usm_0.66_1.00_0.01,enc_avif,quality_auto/461cbf_a9dbbec9f31e400db85fa2d2b1033b2c~mv2.jpeg)


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