Neue Gesichter - Margarida Martins
- Rut Bantay
- 9. Juni
- 4 Min. Lesezeit
Gerade heute vor einer Woche sind wir zu einem schönen „Fern-Abstecher“ erneut nach Bella Italia, genauer nach Mailand aufgebrochen, um dort in der wunderbaren, programmatisch italienisch-deutschen Mischung Brahms großartige 1.Sinfonie, Giuseppe Martuccis 2.Klavierkonzert zu spielen und zuvor als Uraufführung Giacomo Susanis Werk „Nowruz“ aus der Taufe zu heben. „Extra“ zur Freude unserer italienischen Zuhörerschaft spielten wir unter dem engagierten Dirigat von Giuseppe Mengoli und als Solist am Klavier brillierte ebenfalls ein „Giuseppe“ Albanese. Der Komponist Guiseppe Martucci lebte von 1856 bis etwas nach der Jahrhundertwende und war selbst ausgebildeter Pianist und Dirigent. Sein Werk wird heute doch sehr selten gespielt, am ehesten seine Instrumentalwerke wie eben sein 2. Klavierkonzert, welches schon im ersten, recht überdimensionierten Satz, dem Solisten viel abverlangt im Zusammenspiel, wie auch in mehreren Kadenzen. Das Stück steht in Nachfolge der Klavierkonzerte von Brahms, die teils virtuos-effektvollen Passagen erinnern mich aber auch manchmal an Liszt.
Jetzt bin ich tatsächlich etwas abgeschweift, eigentlich wollte ich nur erwähnen, dass ich eben durch diese schöne Reiseabwechslung mit meinem Blogartikel etwas verspätet daher komme, denn unsere Oboengruppe (und wir alle) freuen uns sehr, dass unsere neue Kollegin an der zweiten Oboe mit Englischhorn, (das ist quasi die größere etwas „tiefere Schwester“ der Oboe, die gerne im Orchester von den romantischen Komponisten führend eingesetzt wird, wenn eine etwas melancholischere und warme Farbe gewünscht wird), Margarida Martins, bravourös ihre Probezeit bestanden hat! Ja, es ist immer wieder interessant zu beobachten: bei manchen Kollegen bemerkt man, wie sie immer mehr im Orchester ankommen und in ihre Stelle hineinfinden, andere jedoch, und so empfand ich es bei Margarida, fügen sich quasi einfach so nahtlos ein, passen in ihre Gruppe wie das gesuchte Puzzleteil und es gibt gar keinen Zweifel oder etwa einen Gedanken darüber, wie sich die Monate wohl bis zur Abstimmung gestalten würden…
Meinen Respekt und Gratulation! Jetzt möchte ich Sie Ihnen, liebes Publikum, aber auch gerne noch vorstellen:

Margarida Martins wurde 1999 in Braga (Portugal) geboren.
Bereits im Alter von fünf Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Musik und spielt seit Ihrem achten Lebensjahr Oboe. Später begann Margarida Ihr Musikstudium am Conservatório de Música Calouste Gulbenkian de Braga und setzte ihre Ausbildung an der ARTAVE bei Hugo Ribeiro fort.
Sie absolvierte ihren Bachelorabschluss mit Auszeichnung an der HEMU – Haute École de Musique (Lausanne) in der Klasse von Jean-Louis Capezzali, wo sie anschließend auch den “Master Specialized in Orchestra” erlangte. Darüber hinaus absolvierte sie ein halbes Jahr des Masterstudiengangs Performance an der Hochschule Luzern – Musik (HSLU) in der Klasse von Ivan Podyomov.
Während ihres Studiums wirkte sie in renommierten Jugendorchestern mit, darunter das Gustav Mahler Jugendorchester, das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester sowie das Animato Foundation Orchestra. In der Saison 2021/22 war sie Praktikantin beim Musikkollegium Winterthur und Akademistin beim Luzerner Sinfonieorchester, von 2024 bis 2025 spielte sie ebenfalls als Akademistin beim Gürzenich-Orchester Köln. Als Gastmusikerin wirkte sie bei Orchestern, wie dem Orchestre de Chambre de Lausanne, dem Luzerner Sinfonieorchester, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern, der Philharmonie Südwestfalen, sowie dem Orquestra Sinfónica do Porto Casa da Música mit.
Zu ihren Auszeichnungen zählen der 1. Preis beim „International Wind Competition Terras de La Salette“ (Portugal), der 2. Preis beim „Prémio Jovens Músicos“ (Lissabon, Portugal) , der 1. Preis beim „Festival Verão Clássico“ (Lissabon, Portugal), der 3. Preis beim „IV Competition for Young Oboists Luca Figaroli“ (Italien) sowie der „Young Artist Prize“ beim MURI Competition (Schweiz).
Seit September 2025 ist sie Oboistin und Englischhornistin bei uns, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz.
Auch Margarida habe ich gebeten, mir meine „obligatorischen“ Fragen zu beantworten:
Hast Du ein Hobby oder eine Leidenschaft neben der Musik?
„Neben der Musik habe ich viele Interessen! Ich lese sehr gerne, backe und koche verschiedene portugiesische Gerichte für meine Freunde. Außerdem schaue ich gerne Fußballspiele und in letzter Zeit gehe ich oft joggen.“
(Anm. d. Redaktion: klingt lecker und die Leidenschaft für Fußball gucken teilen ja viele Kollegen mit Dir - da wird die WM jetzt sicher interessant für Dich! Puh, für‘s Joggen verdienst Du meine Hochachtung, aber wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass die geeignete Sportart für mich wohl erst noch erfunden werden muss.🫣)
Was gefällt Dir am Orchesterspiel?
„An meiner Arbeit gefällt mir sehr Vieles, ich kann nicht nur eine Sache hervorheben. Ich mag die Herausforderung, jede Woche etwas Neues vorzubereiten und zu spielen und meine Spielweise je nach Stück, Stil und Dirigent anzupassen. Besonders schätze ich meine Rolle als 2. Oboe und als "Team-Player", und ich liebe es, wenn ich die Gelegenheit habe, Englischhorn zu spielen.
Ich würde auch sagen, dass es ein großes Privileg ist, in einem Beruf zu arbeiten, der einem manchmal die Möglichkeit gibt, zu reisen und neue Städte kennenzulernen!“
Gefällt Dir etwas an Ludwigshafen, - ein Stadtteil, Platz…?
„Ludwigshafen kenne ich noch nicht so gut, aber ich finde die Gegend rund um die Philharmonie angenehm. Außerdem gehe ich gerne ins Café Palpito, wo wir manchmal nach dem Dienst mit Kolleginnen und Kollegen essen.“ (Anm. d. Red.: uuuund noch eine Stimme für‘s Palpito: Ja, ist Ihnen aufgefallen, einige gerade meiner neuen Kollegen mögen dieses kleine Café an der Wittelsbachstrasse zur Ecke Rottstrasse und endlich, konnte ich mich auch mal selbst überzeugen, warum dies so ist: sooo nette Inhaberin, toller Kaffee und Kuchen und total gemütlich; von mir also ebenso eine Empfehlung und daher verlinke ich noch den Standort:)
Was ist Dein Lieblingsgetränk?
„Mein Lieblingsgetränk ist fast immer eine Coca-Cola-Zero mit Eis und Zitrone, aber im Winter kann ich nicht auf meine warme Milch mit Kakao verzichten.“
Einfach druckreif, da bleibt mir nur, mich sehr herzlich zu bedanken für Deine Bereitschaft hier im Blog mitzuwirken und ich freue mich auf viele unterschiedliche Projekte und Konzerte im In- und Ausland mit Dir bei uns, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, liebe Margarida!
Herzlich,
Rut
P.s.: und weil ich mich neben all den Konzerten auch immer wieder sehr über unsere Reisen freue und der Duomo Milano einfach wunderschön ist, hier noch ein Foto von letztem Mittwoch vormittags:




Kommentare